
EU-Pläne: Lootboxen sollen für Minderjährige aus sein
Der Digital Fairness Act soll Ende 2026 stehen. Vorgesehen sind abgeschaltete Lootboxen für Jugendliche, offengelegte Drop-Raten und Preise in Echtgeld.
von AdminCut
Die EU-Kommission arbeitet an einem Digital Fairness Act, der Lootboxen für Minderjährige standardmäßig abschalten soll. Vorgesehen ist außerdem, dass Anbieter die Gewinnwahrscheinlichkeiten offenlegen und Preise in echtem Geld ausweisen statt in einer Spielwährung. Das Vorhaben soll bis Ende 2026 stehen.
Dahinter steht ein Streit innerhalb der Kommission selbst. Laut Kommissionsunterlagen, über die heise online berichtet, drängt das für Verbraucherschutz zuständige Ressort unter Kommissar Michael McGrath auf verbindliche Regeln, während Publisher wie Microsoft, Electronic Arts und Supercell Einbußen bei ihren Geschäftsmodellen fürchten.
Der zweite Punkt wiegt schwerer als der erste, und er bekommt weniger Aufmerksamkeit.
Eine abgeschaltete Lootbox lässt sich umgehen, indem man das Alter falsch angibt. Ein Preis in Euro lässt sich nicht umgehen. Die Währungen, die es in diesen Spielen gibt, existieren genau deshalb: Sie trennen den Kauf vom Betrag. Wer 1.000 Münzen für ein Paket ausgibt, hat die 8,99 Euro schon vor Tagen bezahlt und erinnert sich nicht daran. Dieselbe Überlegung gilt für Drop-Raten, die zwar in einigen Ländern längst offengelegt werden müssen, aber selten dort stehen, wo der Kauf stattfindet.
Der Entwurf beschränkt sich dabei nicht auf Spiele. Er nimmt sich auch irreführende Werbung durch Influencer, intransparente Preisgestaltung und Gestaltungsmuster vor, die Menschen zu Entscheidungen drängen, die sie sonst nicht träfen. Lootboxen sind darin ein Fall unter mehreren, nur der teuerste.
Für DACH ist das Vorhaben nicht der erste Schritt. Seit Juni 2026 stuft PEGI jedes Spiel mit Lootboxen als ungeeignet für unter 16-Jährige ein, was Regale und Altersfreigaben bereits verändert hat. Ein Gesetz griffe eine Stufe tiefer, nämlich in die Gestaltung selbst.
Beschlossen ist bislang nichts. Was am Ende im Text steht, entscheidet sich zwischen den Ressorts.