
Netflix erhöht die Preise: Werbe-Abo kostet 40 Prozent mehr
Alle drei Stufen steigen um zwei Euro. Weil das billigste Abo am wenigsten kostete, trifft die Erhöhung dort am härtesten – prozentual das Vierfache des Premium-Abos.
von AdminCut
Netflix hat am 3. September die Preise in Deutschland und Österreich erhöht. Jede Abostufe kostet zwei Euro mehr im Monat. Bestandskunden werden per E-Mail informiert, am Leistungsumfang ändert sich nach Angaben des Unternehmens nichts.
Das Standard-Abo mit Werbung steigt von 4,99 auf 6,99 Euro, das werbefreie Standard-Abo von 13,99 auf 15,99 Euro, Premium von 19,99 auf 21,99 Euro. Zusatzmitgliedschaften kosten künftig 4,99 statt 3,99 Euro mit Werbung und 5,99 statt 4,99 Euro ohne. In Österreich gelten dieselben Sprünge, in der Schweiz bleiben die Preise bei 14,90, 22,90 und 29,90 Franken.
Zwei Euro sind überall zwei Euro – prozentual aber nicht. Das Werbe-Abo wird um 40 Prozent teurer, das Standard-Abo um 14, Premium um 10. Wer am wenigsten zahlt, zahlt anteilig am meisten dazu.
Das ist keine Nachlässigkeit beim Rechnen, sondern der Sinn der Sache. Netflix hatte das Werbe-Abo 2022 zu einem Preis eingeführt, der Neukunden hereinholen sollte, nicht Kosten decken. Inzwischen ist die Werbestufe die am schnellsten wachsende, und Werbekunden zahlen für ein Publikum, das erst einmal da sein muss. Die Einstiegsschwelle hat ihren Zweck erfüllt.
Bemerkenswert ist eher, was Netflix nicht getan hat: eine Begründung mitgeliefert. Es gibt keine neue Funktion, keine höhere Auflösung, kein zusätzliches Gerät. Der Preis steigt, das Angebot bleibt.
Die letzte Erhöhung in Deutschland liegt zweieinhalb Jahre zurück, Mitte April 2024. In dieser Zeit ist ein Premium-Abo von 17,99 auf 21,99 Euro geklettert, ein Plus von 22 Prozent.
Dass die Schweiz außen vor bleibt, hat einen banalen Grund: Dort wurde erst im Oktober 2025 erhöht.